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Sonntag, 17. Januar 2016

Du bist hier ganz auf dich allein gestellt,es gibt keine heile Welt, keine Gnade und man regelt seine scheiße selbst *Bushido* (traurig, aber wahr)

Meine Oma hat zu mir gesagt, ich solle mir lieber ein Wohnmobil kaufen. Das sei günstiger, als meine ständigen Umzüge. Ehrlich gesagt weiß ich noch nicht, wo ich mit diesem Post hin will, da mir gleichzeitig viele Dinge im Kopf herumschwirren.

Es gibt zwei wesentliche Dinge, über die ich mir derzeit Gedanken mache: einmal meine Unbeständigkeit und zum zweiten die Freunde, die sich von einem abwenden und einen so tief in der Scheiße stecken lassen, dass man sich nicht mehr alleine daraus befreien kann. Vielleicht hängen die beiden auch miteinander zusammen.

Ich frage mich schon lange, wieso ich so unbeständig bin - und ich meine, dass ich Ansätze davon bereits in anderen Blogs habe durchschimmern lassen. Ich frage mich auch, warum ich kein Heimatgefühl habe. Oder kein Familiengefühl. Mein Großvater ist vor kurzem verstorben und ich fühle nichts dabei. Ob es daran liegt, dass ich ihn in den letzten 15 Jahren nur 3 mal gesehen habe und er nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war? Dass meine Mutter, wenn sie über ihn sprach, immer einen Unterton an den Tag legte, der einen faden Beigeschmack hinterlässt? Oder ob ich weder in dem einen noch dem anderen Heimatland jemals vollständig akzeptiert worden bin.

In den letzten 2 Jahren bin ich 4 mal umgezogen. In meine eigene Wohnung - mit meiner besten Freundin in eine WG - von dort in eine Wohnung in einer neuen Stadt und jetzt wieder in eine neue Wohnung in der selben Stadt.

Als ich mit meiner damaligen besten Freundin noch in der WG lebte, hatten wir uns ausgiebig unterhalten, dass wir einen Tapetenwechsel brauchen. Beruflich und auch Städtisch. Wir brauchen mehr Freiraum und eine größere Stadt. Als ich begann, mich zu bewerben, wurde mir Karlsruhe vorgeschlagen und ich fand es perfekt: nicht zu weit von meiner Familie und Freunden, nicht zu groß und nicht zu klein, ein großes kulturelles und kulinarisches Angebot. Ich erzählt es ihr und sie war begeistert. Wir wollten wieder zusammen in eine WG ziehen.

Beiseitegestellt, dass sie unseren anderen Mitbewohner angelogen hat und ihm verschwiegen hatte, dass sie mit mir nach Karlsruhe ziehen will, sobald sie einen Job gefunden hat - beiseite gestellt, dass ich ihre Bewerbungen geschrieben habe und sie un terstützt habe. Beiseite gestellt, dass ich eine Wohnung gefunden habe, die so war, wie sie es sich vorgestellt hatte. Beiseite gestellt, dass sie mir von der Ferne Befehle erteilte, dass ich ja keine Wände bemalen solle und auf keinen Fall Bilder aufhängen dürfe. Dann kam von ihr, dass sie noch keine Zusage erhalten habe - und ich mir übergangsweise eine andere Mitbewohnerin suchen solle. Das tat ich dann auch. Die damalige beste Freundin bezahlte die Kaution - was an sich ein guter Ausgleich dafür war, dass sie mich mit der Miete für zwei Personen zunächst einmal alleine ließ. Dann kam eine Ausrede nach der anderen, warum sie nicht nach Karlsruhe kommen wolle, dann haute mich die übergangsweise Mitbewohnerin übers Ohr und ich hatte die Nase voll. Als die sogenannte beste Freundin dann kam, um den Krempel abzuholen, den sie in der vermeintlich gemeinsamen Wohnung untergestellt hatte, sagte sie: "Oh, das ist aber eine schöne, große Küche!" Und ich bitter darauf erwiderte: "Ja. So wolltest du sie doch haben." Was nun bleibt, ist lediglich die Rückzahlung der Kaution, die ich, großzügigerweise, in Raten abbezahlen darf.

Und hier wird mir klar, dass mich allein mein Bedürfnis nach Beständigkeit in diese Situation brachte - das Bedürfnis, irgendwo hin zu gehören. Doch das geht nur, wenn man seine Rechnung ohne andere Personen macht. Denn egal, wie gut meine Pläne für die Zukunft auch sind: es gibt immer jemanden, der alles zunichte macht.

In der ersten Zeit in Karlsruhe lernte ich dann auch den Mann meines Lebens kennen - und in meiner Freude wollte ich ihr alles über ihn erzählen, als wir zusammen im Urlaub waren. Sie wollte ursprünglich mit einer anderen Freundin in den Urlaub fahren, doch sie waren zu spät dran und natürlich waren die Preise dementsprechend teuer. Sie erzählte es mir und im Nachhinein wird mir die kalte Berechnung gewusst: nämlich dass ich ihr vorschlagen würde, mit mir und meiner Familie mit zu kommen, da wir ein großes Haus in Griechenland haben. Kaum dort angekommen, konnte ich nicht mit ihr reden - ich war das klassische fünfte Rad am Wagen. Die beiden sprachen nur miteinander und wollten nichts von meiner neuen Liebe hören (oder zumindest wollte diejenige nichts davon hören, der ich es dringend erzählen wollte). Nachdem sie das vierte Mal die Augen verdreht hatte und das typische Seufzen einer gelangweilten Person hatte ertönen lassen, die Schlimmes über sich ergehen lassen muss, gab ich es auf. Ich erspare euch die weiteren Details, denn darum geht es hier nicht, was sie alles an Mist gebaut hatte. Das Schlimmste war ihre Ablehnung. Nach dem dritten Tag zug ich mich dann zurück und war frustriert. Am letzten Tag ließ ich die beiden am Strand stehen und ging nach Hause. Meine Eltern hätten sie am liebsten aus dem Haus geworfen, doch das konnte ich nicht tun.

Nach der Rückkehr schrieb sie mir einen Brief, dass sie nicht mit mir zusammen ziehen könne, da ich einen Freund habe und sie mir nicht im Werge stehen wolle. Nur kenne ich sie zu gut - ich machte gute Miene zum bösen Spiel und bis auf die monatlichen Rückzahlungen ist sie aus meinem Leben verschwunden. Und ich nun aus der Wohnung.

Ich denke, dass mich nicht die Intriganz schmerzt, die sie an den Tag gelegt hat: denn ich kenne sie nur so. Es schmerzt mich, dass ich nicht erkannt habe, dass sie für ihre eigenen Zwecke ihre beste Freundin verraten würde - und ich es nicht gemerkt habe. Doch nun beginnt ein neues Kapitel - ich starte mit Schulden ins neue Jahr und in eine neue Wohnung und hoffe, dass sich nun alles stabilisieren wird, damit ich endlich etwas Beständiges und ein Heim in meinem Leben habe.

Und an dieser Stelle bin ich selbst überrascht, dass ich am Ende des Posts bin - er liest sich ebenso verwirrend, wie ich selbst verwirrt bin und lässt viele Fragen zurück. Doch eine Frage ist zumindest für mich beantwortet: ich habe Beständigkeit in anderen gesucht, und wurde stets enttäuscht. Es gibt keine Freundschaften - denn nichts bleibt für immer. Auf sich allein gestellt, steht man am Besten.



Dienstag, 15. September 2015

Der Intellekt mag sich weiterentwickelt haben, aber die Seele ist dabei auf der Strecke geblieben. *Khoury*

An sich bin ich kein gläubiger Mensch. Dafür sehe ich viel zu oft Hass und Blut. Nun befinde ich mich gerade auf Thassos, meiner sozusagen "halben Heimat" und stelle mit Enttäuschung fest, dass die Menschen, die von sich behaupten, sie seien gläubig, viel Zeit damit verbringen, zu lästern.

Ich höre meine Tante tönen, dass ihr Bruder nicht in die Kirche geht, seit er seine Freundin hat. Und wie gläubig doch die Bulgarien seien, die bei der Predigt gar auf den Knien beten.

Im Gespräch mit einem Priester fällt das Wort "Musulmane" und ein verächtliches Schnauben erklingt (nicht vom Priester, sondern von einer Dame).

Ich bin erzürnt. Betrachten wir einmal die Bibel, stammen wir alle vom selben Menschen ab. Nachkommen Adams, Nachkommen Abrahams und Nachkommen Moses'. Wann genau hat die Religion ihre Geburtsstunde erfahren? Wann wurde beschlossen, welche Bücher in die Bibel aufgenommen werden sollen? All das geschah erst rund 300 Jahre nach dem Tod Jesu, weitererzählt von Mund zu Mund.

Im Dorf lebt ein Mann, der ein Restaurant leitet. Er berechnet Kindern nichts für Eis. Wenn ein Hungernder an ihn herantritt, gibt er ihm Speis und Trank und ein Päckchen Zigaretten. Er bezahlt seine Angestellten gut und ist gerecht. Er geht nicht in die Kirche.

Eine Frau, die im selben Dorf wohnt, geht fast täglich in die Kirche und tut Buße, doch kaum verlässt sie das Gebäude (und mehr ist es nicht - von Menschen erbaut) lästert sie über andere, fällt ihnen ins Wort und verlangt von ihnen, Rechenschaft abzulegen über was sie essen, wohin sie gehen und mit wem sie sprechen.

Und genau das ist vermutlich der Punkt, warum ich nicht gläubig bin. Diese Doppelmoral ist mir seit jeher ein Dorn im Auge. Sind wir in Gottes Augen nicht alle gleich, egal welcher Religion wir angehören? Wen der beiden Personen, liebt er wohl mehr?

Ich dachte immer, ich sei Agnostikerin, doch das stimmt nicht. Ich bin Gnostikerin. Ich glaube, dass wir Menschen ein jeder das Richtige tun muss. Es sollte normal sein, hungrige zu speisen. Nicht schlecht über andere zu reden. Respektvoll zu handeln, nicht nur dem Menschen gegenüber. Man sollte nicht Quallen aus dem Meer holen und sie in der Sonne verenden lassen, nur weil man Fotos machen will. Oder Katzen treten. Oder Esel überladen.

Die Religion ist eine Institution, die früher einmal dazu diente, die Menschen dazu zu bringen, Gutes zu tun. Doch nicht durch Güte, sondern indem sie Angst vor der Hölle schürte. Wir sind heute weiter als das. Wir haben alles und davon zu viel. Wir haben die Wissenschaft, durch die wir älter als nur 30 Jahre werden. Wir haben aber vergessen, wie wir miteinander zu leben haben.

Ich weigere mich, eine Religion zu akzeptieren, die andere Religionen schlecht macht oder die Menschen dazu bringt zu glauben, wenn sie nur zur Kirche gehen und spenden, sei alles gut. Ich weigere mich dem Märchen zu glauben, das die Kirche uns aufzwingt, indem sie eine frisiert Bibel auf den Markt bringt.

Aber ich verspreche, mein Bestes zu geben, ein guter Mensch zu sein, anderen meine Hilfe anzubieten, ihnen Essen und Trinken zu geben und nicht schlecht zu reden oder zu denken. Es ist nicht immer einfach, wirklich. Aber gerade deswegen ist es mehr wert, als ein Egoist zu sein und mit einem Gebet und einem Kirchenbesuch seine Fehltritte zu kaschieren.

Ich wünsche euch einen Tag des Friedens.


Montag, 24. August 2015

Man muss manchmal von einem Menschen fortgehen, um ihn zu finden. *Ritter von Doderer*



Der Umzug in eine neue Stadt liegt nun doch einige Wochen zurück und neben dem Durcheinander und den wehmütigen Herzen habe ich auch ein komplettes Leben zurück gelassen. Und wenn ich nach der Arbeit von einer Wohnung in das Zimmer zur Zwischenmiete pendle, Möbel durch die Zimmer rücke, denke ich an meinen Vater, der zu meiner besten Freundin im Scherz sagte: "wenn sie nochmal umzieht, bringe ich sie um."

Und während ich auf die Kisten zu meinen Füßen nieder schaue, stelle ich mir vor, wie meine beste Freundin oder besagter Freund oder meine Eltern zu Besuch kommen. Und natürlich ist alles perfekt, wenn sie dann da sind.

Doch in der übrigen Zeit vermisse ich sie alle, der Kontakt über das Telefon kann niemals dieses Loch auffüllen. Dieses Gefühl hatte ich nicht, als ich 800 km nach Berlin gezogen bin, nun bin ich viel näher. Trotzdem ist es so, dass ich weine, wenn ich "lieblingsmensch" höre, und ich fühle, meiner besten Freundin geht es ebenso. Ich spüre die Sorge meiner Eltern. Sogar, dass mich besagter Freund vermisst.

Und genau so weiß ich, dass es nicht für immer sein wird, weil Liebe die Menschen immer wieder zusammen führt.

Dienstag, 21. Juli 2015

Handle nach der Maxime, die sich selbst zugleich zum allgemeinen Gesetze machen kann. *Kant*

Da haben wir ihn, einen meiner Lieblingsphilosophen.

Nach dem Ramadan-Experiment habe ich mich dazu entschlossen, ein neus zu starten, doch mir kam einfach nicht der richtige Gedanke, der Funke fehlte, die Muse hatte mich verlassen.

Sie erschien mir dann beim Zug fahren, genauer: am Bahnautomaten. Und zwar in Form einer älteren Dame. Da wurde mir klar, dass ich nichts Neues zu erschaffen brauche, denn alles, was wir benötigen, ist bereits vorhanden. Wir selbst haben die Macht und die Fähigkeiten, jeden Ort besser zu machen.

Es gab mal einen Film von einem kleinen Jungen, der in der Schule ein Experiment startete. Er begann, gute Taten zu vollbringen und sagte zu den Menschen dann: "Ich werde etw3as für Sie tun, wenn Sie im Gegenzug hierzu ebenfalls drei gute Taten vollbringen." Und erst heute las ich von einem Polizisten, der einem Anhänger des Ku-Klux-Klans zur Hilfe eilte - wohlwissend, dass seine Hilfe möglicherweise üble Konsequenzen haben könnte. (Nun ja, man weiß ja nie, welcher Gesinnung die Menschen sind, aber ich gehe mal von der guten Seite aus...)

Daher werde ich hier Werbung für mein neues Projekt machen. Im Prinzip ist es nichts, was ich sonst nicht auch tue, nichts, was ich vor der Bloggerei nicht getan hätte.

Ich möchte jede gute Tat, sei sie auch noch so nichtig, festhalten und verbreiten. Es geht hier nicht darum, mich zu profilieren - es geht mir um meine Hoffnung, dass wir alle besser miteinander leben können. In Frieden.

Zunächst dachte ich daran, eine bestimmte Anzahl an Taten zu vollbringen (pro Tag) - doch zum einen lässt sich nicht jeder helfen (viele, weil sie Böses vermuten), zum anderen, weil ein Tagesablauf eines jeden nicht vorhersehbar ist. Daher kann es sein, dass an einem Tag eine Liste von 5 Taten erscheint und dann dafür 3 Tage keine. Doch ich verspreche, mein Möglichstes zu tun, anderen bei Seite zu stehen, wenn ich das Gefühl habe, gebraucht zu werden.

http://letsdoagooddeed.blogspot.de/


Ich wünsche euch einen Tag des Friedens, bis zum nächsten Mal!

Freitag, 17. Juli 2015

Ich habe gar nichts gegen Gruppensex, wenn die Gruppe aus zwei Menschen besteht. *Quinn*

Heikel, heikel, heikel - oder nicht?

Ich bin momentan bei meinen Eltern. Vorab muss ich vermutlich noch erwähnen, dass ich, außer bei meinen Eltern, nicht fernsehe. Wir schauen uns Mittags eine Quizsendung an (die ich, zugegebenermaßen, nur wegen des sympathischen Moderators ansehe), da kommt, wie sollte es auch anders sein, Werbung. Und man halte sich nun fest - dies ist ein öffentlich-rechtlicher Sender, Mittags um 14:15 Uhr und es folgt eine Werbesendung für eine Seite, die Mann und Frau eine zuverlässige Vermittlung eines Sexualpartners verspricht. Die Werbemenschen tragen nur Unterwäsche (schöne Unterwäsche, die im Schlafzimmer sicher ihre Berechtigung hat - wenn es nbur die Teilnehmer sehen können), die einiges offenbart - wenigstens sind sie nicht nackt. Die Dame räkelt sich in einer Maske auf dem Bett, der Mann steht hinter ihr und sie reibt sich an ihm - naja, die meisten werden diese Werbung kennen. Zwei Werbungen später werden "Liebesspielzeuge" beworben (und auch gezeigt. Wie schön, dass die heutzutage nicht mehr wie wirkliche Genitalien aussehen).

Und dann erinnere ich mich, wie ich, wunderfitzig wie sonst was, neugierig auf alles, was ich nicht kenne, mit 8 Jahren auf einem Parkplatz zu meiner Mutter sage, nachdem ich eine Werbung auf einem Auto gesehen habe (ich meine da stand Erotikmesse): "Mama, was ist der Unterschied zwischen erotisch und exotisch?" Damals wusste ich noch nicht, was Minimalpaare sind. Ich ging davon aus, das sei etwas ähnliches. Exotisch war mir schon über den Weg gelaufen und ich kannte die ungefähre Bedeutung - und dann taucht plötzlich ein Wort auf, das fast genau so aussieht! Da muss ich natürlich wissen, ob sich da nicht jemand verschrieben hat! Meine Mutter läuft rot an, sieht sich um und sagt: "Das lernst du, wenn du älter bist." Aha. Mit 8 habe ich schon gelernt, dass das mit etwas zu tun haben muss, was den Erwachsenen peinlich ist. Irgendwas, was ihnen wohl hin und wieder passiert, was aber niemand wissen soll. So wie ich früher, wenn ich mal aus Versehen ins Bett gemacht hatte, weil ich sicher war, ich müsste nicht auf die Toilette. Und im Alter von 8 Jahren war mir schon klar: darüber redet man nicht.

Was ist nun eigentlich mit den wunderfitzigen 8-Jährgen, die Mittags vor dem Fernseher sitzen, die Eltern sind gerade 5 Minuten aus dem Zimmer, (oder am sich betrinken - oder am Arbeiten - oder am Rauchen und der Grund ist hier auch egal...) das Kind schnappt sich die Fernbedienung, wie ein Erwachsener, schaltet um und sieht das. Natürlich weiß das Kind, dass es das nicht darf, schaltet wieder auf die Pokemon (oder was man da so schaut) und grübelt über das gesehene nach. Natürlich hat es die Eltern auch schon in Unterwäsche gesehen und weiß natürlich auch, wie es selbst nackig aussieht (immer noch anders, als ein Erwachsener) und jetzt kommt die Mama rein. Also ICH hätte dann mit Sicherheit folgende Fragen gestellt:

"Mama, ziehst du im Bett mit Papa auch eine Maske an?"
"Bekomme ich auch ein Liebesspielzeug?"
"Was ist verführen?"
"Was ist diskret?"
"Warum müssen Menschen ins Internet, um diskret zu sein?" (größtes Paradoxon bislang...)

Letztens las ich etwas von der Frühsexualisierung der Kinder, unter das jemand schrieb, die Frühsexualisierung der Kinder sei auch am Welthunger schuld - in diesem Moment musste ich dem Kommentator zustimmen - das ist nicht an allem Schuld. Aber so ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Wir sind auch umzingelt von Werbeplakaten mit halbnackten Menschen. Man sieht sie auch in Zeitungen. Es gibt mittlerweile auch Sexparties und Kuschelparties. Mit meiner besten Freundin war ich shoppen und eine Mutter sagte zu ihrer Tochter, 14 Jahre, sie solle doch den kürzeren Rock anziehen. Ich sehe Frauen einkaufen, deren Rock so kurz ist, dass man theoretisch die Schambehaarung unten rausblitzen sehen könnte. Als ich mit meiner Mitbewohnerin auf dem Balkon stand, hörten wir ein Paar lautstark Sex haben. Als ich noch zur Uni ging saßen in der Vorlesung zwei Mädchen neben mir, die lautstark darüber debbatierten, welcher der beiden Männer, mit denen sie beide Sex hatten, der bessere Liebhaber war. Vor ein paar Jahren habe ich von einer Sendung in Japan erfahren, in der Frauen Fragen beantworten mussten und wenn diese Falsch waren, wurden sie 15 mit Viagra vollgepumpten Männern zur Vergewaltigung vorgeworfen. Und jetzt auch noch dieser Schundstreifen 50 shades of Grey. Zugegeben - de Sade hat mit Justine und Juliette auch (selöbst für die heutige Zeit) gegen alle Tabus verstoßen, die existieren oder je existiert haben - aber wer weiß. Vielleicht wird all das demnächst als normal gesehen.

 War das immer schon so, oder sehe ich das erst jetzt? Wie erklärt man das den Kindern, was das alles ist? Und wieso, zum Henker, zeigt man das Mittags bereits im Fernsehen? Auch Abends (diese sexy-Sport Clips gab es ja früher schon) kommen die Sexhotlines immer früher. Und ich bin mir zudem noch redcht sicher, dass all dies mal verboten war und man wegen Kuppelei verhaftet werden konnte. Prostitution ist doch auch noch verboten. Oder nicht? Ich bin jetzt vollkommen verwirrt. Wo ziehen wir denn mittlerweile die Grenze?

In sämtlichen dystopischen Literaturwerken war es bislang so, dass die Sexualität gänzlich von Staat/Regierung/Übermacht deformiert wurde. Entweder war es als widerlich deklariert worden, oder als Normalität (vgl. Brave New World oder 1984). Also ich weiß nicht - das ist doch Privatsache? Selbst wenn mir Freunde von ihren Sexualerlebnissen erzählen, wie groß oder wie klein er ist, wie lange es gedauert hat, wie oft es getan wurde, fühle ich mich peinlich berührt und ich selbst erzähle höchst ungern darüber, weil ich der Meinung bin, dass es nur mich und meinen Partner etwas angeht. Und ich erzähle nur davon, weil ich gefragt werde und der andere nicht locker lässt (das muss ich mir abgewöhnen, auf sowas überhaupt zu reagieren) - stattdessen erzählen mir andere, Fremde, Bekannte, ausführlich von allen angewandten Sexpraktiken. Ich könnte mich mehrfach übergeben. Als wäre das Ganze ein Wettbewerb. Am liebsten will ich mich zu Hause einsperren und all diesen Mist nicht mehr sehen müssen. Und nein, auch wenn viele sich das wünschen - all das ist nicht erfunden, was oben steht. Recherchiert mal. Viel Spaß dabei.

Ich wünsche euch einen Tag des Friedens. Bis zum nächsten Mal.

Verbindlichkeit ist der menschliche Anspruch an die Verlässlichkeit. *Hablé*

Da haben wir sie schon, die drei Dinge, zu denen ich mir in den letzten Tagen Vorwürfe und Vorschläge anhören musste.

Verbindlichkeit: das ist etwas, was mir in letzter Zeit häufig auffällt. Alles bleibt unverbindlich. Ich kenne Paare, die bereits seit 10 Jahren ein Paar sind und auf die Frage, wann geheiratet werden soll kommt die Antwort: "achn wir wollen uns da noch nicht so festlegen" oder noch besser "wer weiß, was da noch kommt." Verstehe ich nicht.
Wie lange muss man denn ein Paar sein, um eine Ehe zu beschließen, weil vielleicht "noch etwas kommen" könnte? 20 Jahre? 30? Stehe ich mit meinem Wunsch nach Verbindlichkeit so allein da? was spricht dagegen, wenn zwei Menschen sich lieben, nicht mehr weiter zu suchen? Ich sage euch warum: meine Generation denkt, da kommt noch was Besseres. Schließlich gibt es auch alle 6 Monate ein "besseres" I-Phone, oder nicht? Ist euch eigentlich klar, dass ein Mensch kein Konsumgut ist? Ja, ich will etwas Verbindliches! Ich bin es Leid, immer auf Männer zu treffen, die eine schnelle Nummer suchen. Die ein Abenteuer für 3 Monate oder 3 Jahre suchen um dann die nächste Blüte zu bestäuben? Und so kommen wir schon zu den

Ansprüchen: die seien zu hoch. Und jetzt werde ich etwas bissig. Ja, habe ich zu hohe Ansprüche? Erwarte ich etwa Dinge von anderen, die ich nicht erfüllen kann? Ehrlichkeit, damit man einander vertraut, Zuverlässigkeit, Treue. Entscheidungsfreudigkeit. Humor, Sensibilität und vor allem eigenständiges Denken und handeln? Sind das alles schwierige Dinge, wenn ja, wie schaffe ich das alles? Ein Freund hat mich bei Sichtung eines ungepflegten und sehr dummen Pärchens gefragt, wie es kommt, dass solche Menschen einen Partner haben. Ob unsere ansprüche zu hoch seien? Und da haue ich auf den Tisch und rufe: "nein! Wie lange hält das, was du da siehst? Denn bei denen kannst du dir sicher sein, das was Besseres kommt." Ich gebe alles von mir: dafür verlange ich alles. Und diese Ansprüche sind genau richtig, weil ich weiß, wie viel ich wert bin (bis auf die kleinen Momente, in denen ich an mir zweifle, weil in mir oft nur ein Sexobjekt gesehen wird). Und ich weiß, warum: man versucht nur, starke Menschen zu brechen, wo bleibt denn sonst der Kick. Da seid ihr bei mir falsch. Und darauf könnt ihr euch verlassen.

Verlässlichkeit: googelt das Wort doch mal. Erstaunlich, was man da so alles findet. Warum ich darauf so erpicht bin? Ganz einfach, ich habe es satt, mich um alles selbst kümmern zu müssen. Und dann zusätzlich für andere mitdenken zu müssen. Entweder maan stärkt mir den Rücken, so wie ich es tue (für Freunde, und erst recht für den Mann, der sich irgendwo versteckt hält). Ich mag es nicht, wenn andere neidisch auf mich sind (warum auch? Jeder Mensch ist anders, deswegen muss man nicht angeben mit seiner Hautfarbe, der Haarlange, der Körpermaße oder dem Gewicht und schon gar nicht, wie lange der Sex gedauert hat!), wenn sie mich anlügen oder auf Dauer grundlos unverschämt und ungerecht sind.

Wisst ihr, manchmal bin ich echt genervt von dieser Gesellschaft. Ich erinnere mich daran, wie eine Klassen Kameradin einst über mich sagte: "ich wüsste gern, was in ihrem Kopf vorgeht." Das wüsste ich bei euch auch gern. Als spräche ich mit einem Laib Brot. Ihr dürft sein, wie ihr wollt, es interessiert mich nicht: aber bitte, versucht nicht, mich dazu zu bringen euer unmoralisches Leben zu führen! Es gibt schon genug von euch - wäre es nicht langweilig, könntet ihr nicht mehr über Menschen wie mich lästern?

Ich wünsche euch einen Tag des Friedens. Bis zum nächsten Mal.

Du und ich - wir sind eins. Ich kann dir nicht wehtun, ohne mich zu verletzen. *Gandhi*

Oh, ein Mensch! Er will sicher nett zu mir sein, wie ich zu ihm. Das dachte ich im zarten Alter von 5 Jahren.

Niemand will dir etwas böses, dachte ich noch vor 15 Jahren, als ich nicht wusste, dass schlimme Dinge auch einem selbst wiederfahren können.

Prinzipiell gibt es (hoffentlich) nur wenige Menschen, die andere mit Absicht verletzen. So dachte ich noch vor etwa 10 Jahren, als ich noch jung und optimistisch war und zwar das Böse erlebt hatte und es mir mehrfach angetan wurde, ich aber so sicher war, dass es außer diesen Gegebenheiten nicht schlechtes mehr geben kann und niemand mich mehr verletzen würde.

Als ich dann 25 Jahre alt wurde dachte ich tagtäglich nur eines: Alle Menschen sind bösartig, von innen her verdorben und faulig. Und nur wenige schaffen es, all ihre Schlechtigkeit zu verbergen und zu unterdrücken. Aber den meisten ist das zu schwierig. Sie verletzen andere einfach.

Heute habe ich begriffen, dass es da Abstufungen gibt. In der Tat gibt es Menschen, die andere aus voller Absicht verletzen, sei es körperlich oder geistig, durch physische Angriffe oder verletzende Worte. Es gibt aber auch diese Menschen, die einen anderen unabsichtlich verletzen, während sie ihre eigenen Ziele verfolgen - dies wird einem meist erst hinterher klar, wenn der gesamte perfide Plan aufgegangen ist. "Das hättest du auch so gemacht" - nein, das hätte ich nicht.

Es gibt auch solche, die einen in ihren Plan einweihen und davor warnen, dass man verletzt werden könnte, man versucht demjenigen dann sogar entgegen der eigenen idealistischen Moralvorstellung zu helfen und dabei trotzdem sein eigenes Wohl nicht zu vergessen und aus den Augen zu verlieren - und wird dafür von der Person bestraft. Das ist dann noch verletzender.

Sicher reagiert jeder anders auf derartige Schmach, manche ziehen sich zurück und schweigen, andere suchen ein Gespräch und wieder andere (ich zum Beispiel) toben und sind wütend und eingeschnappt ob dieser Ungerechtigkeit. Dann brennt sich eine unerträgliche Enttäuschung in meinen Eingeweiden durch den Magen die Speiseröhre hinauf bis es als zornesprühende Tirade aus dem Munde trieft. Nein, ich kann nicht. Ich kann solche Dinge nicht totschweigen. Das habe ich schon oft versucht, aber ich kann es einfach nicht. Und das Ganze kocht sich dann auf, die Verletzung pendelt von einer Person zur anderen, bis sie nicht mehr zu heilen ist. Ich will das nicht, wirklich. Und ich kann viele Beweggründe verstehen, doch ich muss sie nicht billigen. Vor allen Dingen muss ich dabei nicht mein eigenes Wohl zurückstellen, was aber der Fall ist, wenn eine dritte Partei nur die Hälfte der Geschichte kennt und mich dann zum Buhmann macht.

Es ist unerträglich - und selbst wenn mir die Person das selbe versichert, begreife ich nicht, wie es dann sein kann, dass diese Person Verletzungen nicht zu relativieren oder zu heilen versucht, sondern - schlimmer noch - in der Wunde herumwühlt und pult und sucht, bis die Vene sichtbar wird. Ich mache das nicht mehr mit. Vermutlich kann ich mir oft genug an die eigene Nase fassen. Das hört auf. Sofort.